MacBook Pro-Bildschirm – Matt versus Glossy

Donnerstag, 22. Oktober 2009 um 5:40 Uhr

Vor einigen Wochen bereits hat ZDNet.de verglichen, wie sich MacBooks Pro mit und ohne Spiegelbildschirm im Praxiseinsatz bewähren. Nachfolgend einige lesenswerte Ausschnitte sowie das Fazit aus dem entsprechenden Bericht, der vollständige Bericht inklusive Videos ist online bei ZDnet.de verfügbar … kurz gesagt gilt weiterhin, dass Benutzer, die Wert auf ergonomisches Arbeiten und damit ihre eigene Gesundheit legen, die Nachteile von Spiegelbildschirmen vermeiden sollten.

[…] Auf den ersten Blick liefern die mit Begriffen wie Glossy, CrystalShine, TrueLife, TrueBrite oder VibrantView bezeichneten Bildschirme brillantere Farben als ihre matten Pendants – das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn es sind auch matte Displays mit guter Farbwiedergabe erhältlich. VA- oder IPS-Panel bieten nicht nur eine sehr gute Farbdarstellung, sondern liefern auch einen hohen Kontrast und bieten eine gute Darstellungsqualität bei großen Blickwinkeln.

Allerdings sind VA- und IPS-Panel deutlich teurer als die für die meisten Notebooks verwendeten TN-Displays. Deren Nachteile wie schwacher Kontrast und matte Farbdarstellung umgehen die Hersteller damit, dass einfach eine Beschichtung, die vor Reflexionen schützt, weggelassen wird. Dadurch bieten die TN-Displays zwar eine gute Farbdarstellung und einen hohen Kontrast, sind anderseits jedoch anfällig für störende Reflexionen.

Viele Anwender berichten, dass man sich nach kurzer Zeit an die störenden Reflexionen gewöhnt. Allerdings warnen Ergonomie-Experten vor gesundheitlichen Risiken. “Das Auge versucht sich sowohl auf den Bildschirminhalt als auch auf das Reflexbild zu fokussieren. Durch die erhöhte Konzentration, die dadurch notwendig wird, können als Folge neben Ermüdung und Kopfschmerz auch noch Muskelverspannungen auftreten, die durch Köperzwangshaltungen versursacht werden”, sagte Harald Siekmann vom Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, der die Reflexion von Bildschirmen im Rahmen eines Forschungsprojektes an der Universität Dortmund untersucht hat, gegenüber ORF.at. Zudem weist eine TCO-Studie von Ende 2008 darauf hin, dass Spiegeldisplays nur in ganz bestimmten Situationen geringe Vorteile gegenüber matten Bildschirmen bieten. Die Forscher empfehlen für den Einsatz am Arbeitsplatz daher, Displays mit matter Oberfläche zu verwenden. Die Queensland University of Technology rät ihren Studenten und Mitarbeiter, die mit spiegelnden Displays arbeiten, auf besondere Vorsichtsmaßnahmen zu achten.

[…]

Die zahlreichen Bilder und das Video zeigen deutlich die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Displaytypen. Mit matter Oberfläche sind Reflexionen so gut wie nicht wahrnehmbar. Diese treten je nach Umgebung beim Macbook Pro mit Glossy-Display unterschiedlich stark auf. In abgedunkelten Räumen und günstiger Position sind diese noch halbwegs verträglich.

Unzumutbar werden die Spiegelungen allerdings im Außenbereich und in hellen Büros, wo sich die Lichtquelle im Rücken des Anwenders befindet. Dafür stellt das Notebook mit Spiegeldisplay Bilder etwas brillanter dar. Insgesamt dürften die meisten Anwender jedoch mit dem Modell mit matter Bildschirmoberfläche besser bedient sein.

Es ist erfreulich, dass die 15- und 17-Zoll-Macbook-Pros auch mit matter Display-Option bestellt werden können. Noch schöner wäre es, wenn sich Apple dazu durchringen könnte, auch die 13-Zoll-Geräte optional mit mattem Display anzubieten.

Andere Notebook-Hersteller sollten diesem Beispiel folgen und das Angebot von Notebooks mit matter Oberfläche nicht nur auf den Business-Bereich begrenzen. Für eine verbesserte Farbdarstellung mit mattem Display sollten die Hersteller zudem Geräte mit hochwertigeren Panels mit VA- oder IPS-Technik anbieten. Die Zielgruppe für diese Notebooks dürfte zwar nur sehr klein sein, doch kann man mit solchen Geräten sein Image sehr leicht aufpolieren und sich somit vom Mitbewerb absetzen.

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7 Kommentare zu «MacBook Pro-Bildschirm – Matt versus Glossy»

  1. nggalai sagt:

    Ich gebe dem Artikel teilweise recht, teilweise nicht. Bezogen aufs Zitat z. B. die VA / IPS-Sache: Der Hauptgrund, daß diese Panels nicht (mehr) bei Notebooks verbaut werden, ist der Stromverbrauch. Insbesondere IPS saugt dermaßen viel Strom aufgrund der Bauweise, daß man bedeutend größere Akkus bräuchte, um vergleichbare Laufzeiten wie heute üblich zu bekommen.

    Nicht ohne Grund verbaut selbst Eizo in seinen „grünen“ Bildschirmen TN-Panels. Wenn man Strom sparen will / muß, führt z.Z. kein Weg an TN vorbei.

    Ansonsten werden leider die Vorteile von Glossy-Panels (die ohne Glasplatte) ausgeblendet. Selbst der AD von Ars Technica bevorzugt Glossy über Matt – weil die Dinger prinzipbedingt farbschärfer sind. Matte Displays spiegeln auch, aber streuen das Licht viel stärker. In einer kontrollierten Umgebung wie einem Grafik-Arbeitsplatz spricht relativ wenig gegen den Einsatz von Glossy.

    Bei Notebooks, insbesondere mit dieser dummen Glasplatte davor, jedoch: Bäh. Einfach, weil man die Umgebung kaum kontrollieren kann, wenn man das Notebook nicht nur als „portablen Arbeitsplatz“ sieht …

  2. grapher sagt:

    es gibt doch schlicht keinen legalen arbeitsplatz, wo man ergonomisch mit einem spiegel arbeiten könnte. die kontrolle, die du anführst, bedeutet ausschliesslich kunstlicht, und da beginnen die probleme.

    matte bildschirme spiegeln übrigens im vergleich zu spiegeln kaum. das kann man problemlos in einem apple store ausprobieren, wo man modelle mit spiegel und modelle ohne spiegel testen kann.

  3. nggalai sagt:

    „Spiegeln“ war im physikalischen Sinne gemeint, nicht im „ich kann mich schminken“-Sinne. Kurz gesagt streuen matte Displays die vorhandenen Spiegelungen so stark, daß im schlimmsten Fall eine „Wolke“ statt einer scharfen Spiegelung entsteht, im besten Fall man gar nix davon mitbekommt. Durch die Streuung jedoch gehen Farbkontrast und -Schärfe drauf, im Vergleich zu einem (dezenten) Glossy. Bei wirklich guten matten Panels jedoch kann man das vernachläßigen.

    Und nun ja, sooo schwierig ist es nicht, einen glossy ordentlich am Arbeitsplatz aufzustellen. Viele Photographen und Grafiker arbeiten eh in einem Bunker ausschließlich mit Kunstlicht (zwecks kontrollierbarer Farbtemperatur des Umgebungslichts); ansonsten reicht es meistens, den Monitor im 90 ° Winkel zur Fensterfront aufzustellen und statt allgemeinen Deckenfluter über jedem Arbeitsplatz eine individuelle Lampe zu hängen.

    Apple ist da leider ein schlechts Beispiel, „dank“ der idiotischen Glasplatte vorm Glossy-Display. Hat jemand eine offizielle Begründung von Apple gesehen, weshalb da eine Platte mit verbaut wird? Rein aus Designgründen, oder reden sie sich irgendwie mit „pflegeleichter“ oder „grüner“ raus?

  4. nggalai sagt:

    P. S. Wegen „legalem Arbeitsplatz, wo man ergonomisch mit Spiegeln arbeiten kann“: Zu CRT-Zeiten hat sich da kaum wer drüber aufgeregt, obwohl insbesondere viele Trinitron-Röhren spiegelten wie die Hölle. ;)

    • MacMacken sagt:

      Auch heute werden die zahlreichen Vorschriften für einen ergonomischen Arbeitsplatz leider nur selten befolgt, unter anderem, weil viele Angestellte einen solchen Arbeitsplatz akzeptieren und die zuständigen Behörden die entsprechenden Vorschriften nicht durchsetzen.

      Zugegeben, dennoch, bei CRT-Monitoren lagen die Probleme anderswo … ;)

  5. Glossy und kein Ende... sagt:

    Neue iMacs = Glossy
    + keine wechselbare HDD.
    Datenschutz ahoi!

  6. Glossy bullshit sagt:

    Schade dass es eine leichte Mehrheit unter den Usern gibt, denen das Glossy nichts ausmacht… Somit gibt es immer noch genügen Käufer für diese blödsinnige Idee, Hochglanzmonitore am Markt zu platzieren.

    Allerdings verhält es sich in meinem Bekanntenkreis nun so, dass die meisten seit 2 Jahren keine Macs (imac und MacBook) mehr kaufen, da ein glossy Display starke Nebeneffekte bei der Arbeit erzeugt.

    Ich überlege nun eine Windowskiste mit großem matten Display zu kaufen – Adobe creative Suite für windows und gut is – gleicher Preis und ein paar Kleinigkeiten sind dann zwar aufwändiger, aber allemal besser als dieser Glossy-Krampf.

    Sauer bin ich auf Apple – weil sie sich bei diesem Thema so arrogant und ignorant verhalten.
    Sauer bin ich auf all jene Käufer, die diese Geräte weiterhin kaufen, obwohl sie das Glossy eigentlich auch nicht haben möchten.

    Derjenige der diese Glossy-Idee hatte – soll 1000 Jahre in der Hölle schmoren. :-D

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